24.8.2021 Memmingen. Ganz aktuell versuchen Telefonbetrüger in den Landkreisen Neu-Ulm und Unterallgäu Senioren um Geld zu betrügen. Die Polizei bittet um Beachtung des Warnhinweises.

Seit den Mittagsstunden verzeichnet die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ein erhöhtes Mitteilungsaufkommen.

Die Anrufer gaben sich hierbei als Polizeibeamte aus oder gaben vor, dass der Angerufene bei einem Gewinnspiel gewonnen habe.

Dabei handelt es sich um Betrugsmaschen!

Die Angerufenen erkannten bislang die betrügerischen Anrufe und reagierten genau richtig. Sie gingen nicht auf die Gespräche ein bzw. beendeten diese sofort und meldeten die Vorfälle der Polizei. Die Vorgehensweise des „falschen Polizeibeamten“ oder der „Glücksboten“ ist nicht neu und wird von Betrügern über Callcenter perfide angewandt und fortgeführt.

Die Polizei rät zu folgenden Verhaltenshinweisen:

• Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Vermögensverhältnisse; Behörden fordern Sie nicht zur Herausgabe von Bargeld auf.

• Setzen sie Familienangehörige und Nachbarn über diese Vorgehensweisen in Kenntnis.

• Sie erhalten keine Anrufe von der Notrufnummer 110.

• Legen Sie auf und rufen Sie bei dem geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110.

• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung.

Weitere Erläuterungen zu den Betrugsmaschen:

Falsche Polizeibeamte

Die äußerst professionellen und sehr sprachgewandten Anrufer stellen sich als Polizeibeamte, oder auch andere behördliche Vertreter vor. Durch geschickte Manipulation und wiederholte, teils über Tage dauernde Kontaktaufnahme gelingt es ihnen, ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen.

Um sich zu legitimieren wird das Opfer teils aufgefordert bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Der Täter täuscht dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht.

Wenn das Opfer nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als „richtige Polizei“ wieder anzunehmen.

Trennen Sie also die Verbindung durch Auflegen und wenden sie sich an die Notrufnummer 110, wenn möglich von einem anderen Telefon. Lassen Sie sich nicht verbinden!

Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Tätern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt. Die Anzeige einer bekannten Rufnummer ist also kein Grund für falsches Vertrauen.

Falsches Gewinnversprechen

„SIE HABEN 10.000 EURO GEWONNEN“ – so oder ähnlich beginnen immer wieder Anrufe bei Bürgerinnen und Bürgern. Es meldet sich ein angeblicher Glücksbote einer Lotterie oder eines Gewinnspiels und versucht einem weiß zu machen, man hätte gewonnen.

Damit der Gewinn ausgezahlt werden kann, müsse der Angerufene zunächst Gebühren entrichten. Dies oftmals in Form von sogenannten Gutscheincodes, die es an der Tankstelle, in Geschäften oder im Discounter zu kaufen gibt. Die Namen und Geschichten sind austauschbar, die Masche dahinter bleibt die gleiche.

Durch geschickte Gesprächsführung schaffen es die Betrüger, dem Angerufenen glaubhaft zu machen, dass der Hauptgewinn auf ihn wartet.

(PP Schwaben Süd/West, DG)