7.10.2021 Memmingen. Projektbüro „Stadt der Freiheitsrechte“ startet – Kooperation von Stadt Memmingen und Evangelisch-Lutherischer Kirche.

Noch vier Jahre sind es bis zur 500-Jahr-Feier der Niederschrift der Zwölf Artikel von 1525, und Memmingen ist auf dem Weg, das Jubiläum vorzubereiten.

Die Stadtverwaltung und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern haben gemeinsam ein Projektbüro ins Leben gerufen, das Oberbürgermeister Manfred Schilder und Dekan Christoph Schieder vor Medienvertretern im Rathaus vorstellte.

Zum neuen Projektbüro „Stadt der Freiheitsrechte“ gehören Bernadette Menzel (l.), Sabrina Demmeler und Pfarrer Claus Ortmann (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

„Wir möchten die Memmingerinnen und Memminger für die Zwölf Artikel, für den Gedanken der Freiheitsrechte begeistern und eine Identifikation mit dem historischen Ereignis erreichen“, erläuterte der Oberbürgermeister die Zielsetzung.

„Es geht nicht darum, nur das Jubiläumsjahr 2025 zu planen, sondern langfristig die Kraft, die in den Freiheitsartikeln liegt, bewusst zu machen“, erklärte Dekan Schieder.

Für das neue Projektbüro „Stadt der Freiheitsrechte“ hat die Stadtverwaltung zwei Projektstellen geschaffen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und Redakteurin Sabrina Demmeler (32) ist dabei für den Bereich Kultur und Veranstaltungen verantwortlich.

Bernadette Menzel (27) studierte Ressortjournalismus, arbeitete als Produktmarketing- und Social Media Managerin und ist im Projektbüro mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit betraut.
Beide sind in Memmingen aufgewachsen.

Das Projektbüro „Stadt der Freiheitsrechte“ arbeitet eng mit der Stadtverwaltung, der Evangelischen Kirche und dem Kuratorium Memminger Freiheitspreis 1525 zusammen. (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

Eine dritte halbe Projektstelle wird von Pfarrer Claus Ortmann (57) ausgefüllt, der viel Erfahrung aus dem Schuldienst und als Gemeindepfarrer mitbringt.

Die Evangelische Kirche hat die Stelle eingerichtet unter dem Titel: „Mir wollet frei sein“ – ein theologischer Beitrag zum gesellschaftspolitischen Diskurs der Gegenwart im Rahmen des Jubiläums 500 Jahre Bauernartikel.

Die Bauern haben im Jahr 1525 Freiheit auf der Grundlage des Evangeliums gefordert, rief Dekan Schieder in Erinnerung. „In der Bibel heißt es „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“. Darauf beruft sich das „Mir wollet frei sein“ in den Zwölf Artikeln. Die Prägekraft des Glaubens hat sich in den letzten 500 Jahren verändert. Der Inhalt der Botschaft prägt unsere Werte bis heute.“

Der Weg zum Titel „Stadt der Freiheitsrechte“ hat bereits vor Jahrzehnten begonnen:

Der Memminger Freiheitspreis wurde im Jahr 2000 initiiert und bereits vier Mal verliehen.

Am Weinmarkt steht ein Freiheitsbrunnen, und es gibt einen Info-Point zu den Zwölf Artikeln. Der Stadtrat hat das wegweisende Memminger Manifest verabschiedet. Memmingen ist als „Ort der Demokratie in Bayern“ benannt und wurde zuletzt auch in die Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ aufgenommen.

Auf all dem wird das Projektbüro aufbauen und Ziele anpeilen wie die Förderung eines Dialogs in der Bürgerschaft. Die „Stadt der Freiheitsrechte“ soll überregional als Marke etabliert werden und auch als Motor zur Steigerung des kulturellen und touristischen Angebots dienen.

Im kommenden Jahr bereitet das Projektbüro das Rahmenprogramm für die nächste Verleihung des Freiheitspreises vor und plant dabei unter anderem ein Freiheitsfest.

Das Projektbüro arbeitet mit einem Team aus Beschäftigten der Stadtverwaltung zusammen. Zum Team gehören Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer, Alexandra Hartge, Leiterin Stadtmarketing, Doreen Seeberger, Leiterin Tourist Information und Stadtarchivar Christoph Engelhard.

Gedanken, Anregungen und Ideen aus der Bürgerschaft sind jederzeit willkommen. Das Projektbüro ist per Mail erreichbar unter stadt-der-freiheitsrechte(at)memmingen.de