27.4.2021 Lindau (Bodensee). Doris Hotz hat über viele Jahre hinweg unentgeltlich eine umfassende Infrastruktur für die ganzjährige Pflege von heimischen Fledermäusen in Wasserburg aufgebaut. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit hat Landrat Elmar Stegmann ihr nun im Namen des Freistaats Bayern eine Urkunde sowie eine Plakette „Fledermäuse willkommen“ des Bayerischen Umweltministeriums überreicht und die Pflegestation besichtigt.

„Das beispielhafte Wirken von Frau Hotz stellt einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz in unserem Landkreis dar und ist keine Selbstverständlichkeit, die unser aller Anerkennung und Respekt verdient“, sagte Landrat Elmar Stegmann bei der Urkundenübergabe. Gleichzeitig lobte der Landrat die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Ämter und Tierfreunde mit deren Hilfe zu Beginn des Jahres die erste vollständig eingerichtete und offiziell genehmigte Pflegestelle für Fledermäuse in Wasserburg eröffnet werden konnte.

Das Veterinäramt hat mit seinem Fachwissen zur Anerkennung und Genehmigung beigetragen. Auch die Koordinationsstelle Fledermausschutz Südbayern und die untere Naturschutzbehörde begleiten die Pflegestelle bei ihrer Arbeit. In der Wasserburger Pflegestation kann erstmals eine dauerhafte Pflege ebenso wie eine Kurzzeitpflege von geschwächten Tieren auf fachlich bestem Niveau im Landkreis Lindau gewährleistet werden. Vergleichbare Einrichtungen finden sich erst wieder in Augsburg und Mössingen.

Die Pflegestation sucht noch ehrenamtliche Helfer, die den Transport von kranken Tieren nach Wasserburg übernehmen können. Eine Kontaktaufnahme mit Doris Hotz ist über folgende Telefonnummer erbeten: 0174 4069910.

Informationen zur Aktion „Fledermäuse willkommen“:

Seit dem Jahr 2005 macht die Aktion „Fledermäuse willkommen“ des Landesamtes für Umwelt in Bayern auf den Schutz der Fledermäuse als gefährdete Artengruppe aufmerksam. Wer die Quartiere der nützlichen Insektenjäger erhält oder neue Fledermausquartiere schafft, kann mit der Plakette ein sichtbares Zeichen für den Fledermausschutz setzen.

Allgemeine Informationen zu Fledermäusen:

In Deutschland gibt es 25 verschiedene Fledermausarten. Davon leben 14 Arten im Landkreis Lindau. Die für den Menschen eher im Verborgenem lebenden Tiere sind jedoch vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist unter anderem, dass die Quartiere für Fledermäuse immer seltener werden. Denn die neuen, energetischen Bauweisen lassen keinen Raum mehr für die Säugetiere, die Spalten und Ritzen suchen.

Damit die verschiedenen Arten und deren Lebensweise noch besser erforscht werden können, ist es wichtig Fledermaus-Quartiere, aber auch Totfunde der Koordinationsstelle Fledermausschutz zu melden. Ansprechpartner ist hier der Diplom-Biologe, Rudolf Zahner (Telefon: 0177 4004664 oder E-Mail: fledermaus-li@gmx.de).

Fledermäuse werden in der aktuellen Diskussion rund um die Übertragung von Coronaviren immer wieder als mögliche Überträger benannt. Laut eines Berichts, der vom Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland e.V. (BVF) verfasst wurde, konnten in den 25 Fledermausarten jedoch keine Coronaviren nachgewiesen werden. Diese heimischen Arten sind demnach kein Reservoire für Coronaviren. Dennoch handelt es sich um Wildtiere, bei deren Handling generelle Schutzmaßnahmen wie beispielsweise das Tragen von Handschuhen empfehlenswert sind.