16.5.2017 Memmingen. Im Kreise von Bürgermeisterin Margareta Böckh, Heimatpfleger Günther Bayer und Vertretern der Verwaltung gratulierte Oberbürgermeister Manfred Schilder dem stellvertretenden Heimatpfleger und Architekten Dr. Wolfram Arlart zum 75. Geburtstag. In Begleitung seiner Frau Irene nahm der Jubilar die Glückwünsche dankend entgegen.

Der Oberbürgermeister hob in seiner Laudatio hervor, dass Dr. Arlart sich seit 1986 als stellvertretender Heimatpfleger der Stadt Memmingen im Bereich Stadtarchäologie und Bauforschung für die Stadt Memmingen einsetze. „Dafür möchte ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank und große Anerkennung aussprechen“, sagte Schilder und ließ einige Lebensstationen des Jubilars Revue passieren.

1968 schloss Arlart sein Architekturstudium an der Technischen Universität München ab und wurde nach der Referendarzeit an der obersten Baubehörde in München 1971 zum Regierungsbaumeister ernannt. Im Jahr 1875 erwarb er den Doktortitel mit seiner Doktorarbeit zum Thema „Die Stadtentwicklung von Memmingen von 350 bis 1400“. Seit 1972 hat Arlart ein eigenes Architekturbüro in Memmingen.

„Dr. Arlart hat viele Sanierungs- und Neubaumaßnahmen in Memmingen und Umgebung realisiert, darunter die Generalsanierung des Vöhlin-Gymnasiums mit der neuen Pausenhalle“, sagte Schilder. Beachtung fanden auch die Sanierungen der historischen Altstadthäuser Hecker-Haus in der Ulmer Straße, Furthenbach-Haus am Roßmarkt und Schwarz-Haus an der Ecke Kempter-/Baumstraße. Für die Sanierung des Hecker-Hauses und des Schwarz-Hauses wurde Arlart jeweils mit dem Fassadenpreis der Stadt Memmingen ausgezeichnet.

Arlart dankte dem Oberbürgermeister für den Empfang im Rathaus und für die Glückwünsche zu seinem Geburtstag. Sein Werdegang sei von seinen Eltern unterstützt worden, die ihn zu Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Bescheidenheit erzogen hätten. Auch seiner Frau Irene sei er sehr dankbar, dass sie sich um die Familie mit drei Kindern gekümmert und ihn in seinem arbeitsamen Leben mit einem zeitintensiven Beruf begleitet und den Rücken freigehalten habe.

„Architektur mache ich aus Freude des Schaffens“, betonte Arlart. Er sei dankbar, dass er schon seit 45 Jahren für die Siebendächer Baugenossenschaft arbeiten dürfe. Zuletzt realisierte er für sie den Neubau der großen Wohnanlage in der Freudenthalstraße gegenüber des Bahnhofs. Für die Gestaltung der Zangmeister-Passage im Auftrag der Siebendächer Baugenossenschaft erhielt er 1999 den Deutschen Architekturpreis.

Neben der Tätigkeit als Architekt beschäftigt sich Arlart in seiner freien Zeit mit der Geschichte der Stadt. Im Stadtarchiv forscht er seit über 40 Jahren zur Baugeschichte Memminger Häuser und zu Memminger Bildschnitzern der Gotik wie etwa Hans Thoman.

Info: Die Doktorarbeit von Wolfram Arlart ist 1977/78 unter dem Titel „Die Stadtentwicklung von Memmingen von 350 bis 1400“ in den Memminger Geschichtsblättern des Historischen Vereins Memmingen veröffentlicht worden und kann im Stadtarchiv Memmingen erworben werden.