12.11.2021 Leutkirch im Allgäu. Am 9. November fand eine weitere Veranstaltung des „Energiedialogs“ in der Festhalle Leutkirch statt.

Bei dieser Veranstaltung wurden neben einem kurzen Projektupdate durch die EnBW in erster Linie die energiewirtschaftlichen Zusammenhänge erörtert. Eingeladen war dazu Dr. Gerd Rosenkranz, Senior Advisor von Agora Energiewende, der aus dem „Maschinenraum“ der Energiewende berichtete.

Agora Energiewende ist eine Denkfabrik, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, nach mehrheitsfähigen Kompromisslösungen bei der Umsetzung der Energiewende zu suchen. Sie ist eine wichtige energiepolitische Akteurin in Deutschland.

Gerd Rosenkranz verdeutlichte in seinem Vortrag, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden wolle und dafür auch Windenergie in Süddeutschland benötigt werde. Die Windenergie könne dabei nicht durch die Photovoltaik ersetzt werden, sondern man brauche eben beide Schlüsseltechnologien.

Im zweiten Teil der Veranstaltung informierte Michael Soukup von der EnBW über den aktuellen Planungsstand. Man habe von der letzten Veranstaltung zwei zentrale Fragestellungen mitgenommen.

Zum Flugplatz Unterzeil werde die EnBW eine formelle Bauvoranfrage an die Deutsche Flugsicherung (DFS) stellen. Die DFS wird dann bewerten, ob und unter welche Auflagen der Bau und Betrieb eines Windparks in der Nähe des Flugplatzes möglich sei.

Beim Schallschutz machte Michael Soukup nochmals deutlich, dass die EnBW sich an die gesetzlichen Vorgaben halte und diese selbstverständlich auch in der Pfingstweide eingehalten werden. Notfalls müssen das Parklayout angepasst oder einzelne Anlagen entsprechend zum Beispiel während der Nachtstunden abgeregelt werden.

Gernot Kopp, Bewohner der Pfingstweide, brachte Argumente gegen die Windkraft im Unteren Stadtwald vor und warb für den Ausbau der Photovoltaik. Dafür hatte er eine eigene Kurzpräsentation vorbereitet. Bei der anschließenden Diskussion wurden wichtige Fragestellung nochmals kritisch erörtert.

In seinem Abschluss-Statement machte Oberbürgermeister Henle deutlich, dass der Gemeinderat nur über städtische Flächen im Stadtwald entscheiden könne. Angrenzend an den Stadtwald gebe es aber auch Landesflächen (Staatsforst). Bei Windkraftplanungen auf diesen Flächen hat die Stadt keinen direkten Einfluss. In jedem Fall werde der Energiedialog weitergehen und auch eine weitere Dialogveranstaltung sei denkbar.

Die Veranstaltung wurde moderiert durch das Forum Energiedialog. Weitere Kurzfilme z.B. zum Windpark in Bad Saulgau, Schallimmissionen oder Grundwasserschutz finden Sie auf dem Youtube-Kanal des Forum Energiedialog.