6.11.2020 Landkreis Ostallgäu. Der Landkreis Ostallgäu setzt Ingrid Herz als erste Jugendsozialarbeiterin an einer Realschule im Ostallgäu ein.

Der Landkreis Ostallgäu setzt sich weiter für den Ausbau der Sozialen Arbeit an Schulen ein: Die Realschule Marktoberdorf kommt als erste Realschule im Landkreis zum Zug.

Die Diplom-Sozialpädagogin Ingrid Herz, Fachkraft des Trägers Arbeiterwohlfahrt Schwaben und Kreisjugendring Ostallgäu, bezog im Oktober ihr Büro an der Schule. Die Schulleitung und das Schulteam sind über diese Unterstützung dankbar, denn auch an den Realschulen gibt es Bedarf.

Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) ist ein Angebot der Kinder- und Jugendhilfe am Lebens- und Lernort junger Menschen – den Schulen. Der sozialpädagogische Unterstützungsbedarf der Schüler*innen an den Schulen wird regelmäßig durch den Landkreis geprüft.

Landrätin Maria Rita Zinnecker positioniert sich klar: „In den vergangenen Jahren wurde noch deutlicher, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler auch der weiterführenden Schulen Unterstützung in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung benötigen. Daher stattet der Landkreis die Realschule Marktoberdorf bedarfsorientiert mit einer Sozialpädagogin aus.“ Die Teilzeitstelle wird zudem durch das Sozialministerium gefördert und durch den Träger mitfinanziert.

Drittgrößte Realschule in Schwaben

Die Realschule Marktoberdorf ist mit 782 Schülern und Schülerinnen die drittgrößte Realschule in Schwaben. Die JaS-Fachkraft unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung und nimmt sich individueller Problemlagen an. Diese stellen Schulen zunehmend vor eine Herausforderung.

Schulleiter Werner Epp hofft deshalb schon länger auf die Bewilligung einer sozialpädagogischen Fachkraft. Er bekräftigt: „Die Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe wird zunehmend wichtiger, und wir schätzen den Wert der Jugendsozialarbeit. Viele Kinder tragen Probleme mit sich herum, ohne damit im täglichen Schulbetrieb groß aufzufallen.“

Der Weg zur Jugendsozialarbeiterin stünde zwar allen offen, aber gerade diesen belasteten Schülerinnen und Schülern könne das nunmehr professionell unterstützte pädagogische Team der Realschule noch direkter helfen, sagt Epp und ergänzt: „Deshalb freuen wir uns sehr über die Zusage der staatlichen Förderung durch das Sozialministerium und über den Einsatz des Landkreises.“

Sozialpädagogische Fachkräfte begleiten und fördern im Ostallgäu bereits an 27 Schulen junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Dazu sind sie Anlaufstelle für alle Schüler*innen und ihre Fragen, Sorgen und Nöte. Auch Eltern können sich an sie wenden.