11.3.2021 Wangen im Allgäu. Es sind noch etwas mehr als drei Jahre bis zur Eröffnung der Landesgartenschau 2024 in Wangen. Die Planungen für die Daueranlagen laufen auf Hochtouren. In einigen Bereichen werden sie jetzt umgesetzt.

So haben die Vorarbeiten im Argenpark rund um die Hochwasserente (Stadtgarten) bereits begonnen, ebenso auf der Argeninsel und im Auwiesengelände. Anlass, für einen Rundgang mit Oberbürgermeister Michael Lang – anders als sonst um diese Jahreszeit ohne Bürgerinnen und Bürger.

Fußgängerstege werden erneuert

Erster Halt ist an der Argen im Bereich der Altstadt bei den Fußgängerstegen. Sie werden nach und nach saniert – nicht nur für die Landesgartenschau, sondern weil sie insgesamt sanierungsbedürftig sind.

Mit Blick auf die öffentlichen Stege wird im Frühjahr jener oberhalb der Isnyer Brücke in Angriff genommen, weil die Lager und der Belag dringend erneuert werden müssen. Sie wird zu diesem Zweck herausgehoben und auf den Hof der beauftragten Firma transportiert. Das ist günstiger als eine Sanierung vor Ort. Jener weiter flussaufwärts ist entweder später im Jahr oder Anfang 2022 an der Reihe.

Pflanzflächen versprechen einen Augen- und Insektenweide

Auf der gegenüberliegenden Seite bei der Hochwasserente entsteht der neue Stadtgarten im Argenpark. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Mai. Damit er angelegt werden kann, mussten Bäume fallen. „Das hat uns einige Beschwerden eingebracht. Wir haben es im Vorfeld nicht genügend kommuniziert“, sagte OB Lang.

In diesem Gelände werden neue Bäume und Hecken gepflanzt. Das modellierte Gelände soll auch für die nächsten Generationen ein reizvolles und ökologisches Umfeld bieten. Doch nicht nur für sie, verspricht Oberbürgermeister Michael Lang.

Bis zum Jahr 2024 werden dann auch die Pflanzflächen entstehen, die sowohl dem menschlichen Auge sowie Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten eine Weide sein werden. Sie finden bisher in diesem Areal kaum Futter. Wie viele Bäume und Sträucher im Zuge der Vorbereitungen zur Landesgartenschau am Ende neu pflanzt sein werden, steht noch nicht bis ins letzte Detail fest.

„Mehr als 2000 werden es am Ende aber sein“, sagt OB Lang. Die Nutzer des Parks werden davon profitieren, dass der Fluss in diesem Bereich zugänglich wird. Dazu werden Stufen angelegt, die ans Wasser führen.

Zufahrt zum Milchpilzparkplatz in der Überlegung

Nächster Halt ist das alte Feuerwehrhaus gegenüber vom Milchpilzparkplatz. Derzeit ist dort in der Diskussion, wie der Festplatz zwischen der geplanten neuen Sporthalle und der Altstadt aussehen soll. So wird gerade überlegt, aus Gründen der Verkehrssicherheit die neue Zuwegung auf den Milchpilzparkplatz (P1) vom Aumühleweg aus auf Höhe des alten Feuerwehrhauses auszuführen und dort dann auch das nachschüssige Parken mit einer Schranke zu ermöglichen, sagte OB Lang.

Dort wo jetzt der Milchpilz steht, könnte künftig ein Wasserspiel die Blickachse zwischen Stadthalle und Altstadt reizvoll unterbrechen. „Der Milchpilz würde natürlich nicht verschwinden. Ganz im Gegenteil, er würde, falls diese Überlegungen zum Tragen kommen, weiter Richtung altes Feuerhaus versetzt und erhielte damit auch etwas mehr Platz“, sagt OB Lang. „Wir überlegen außerdem, ob er einen Zwilling bekommen soll, womit er insgesamt eine Aufwertung erfahren würde.“ In diesem Frühjahr noch wird der Gemeinderat über den Rückbau der Sporthalle und die Übergabe des Baufelds für die neue Kreissporthalle an den Landkreis Ravensburg entscheiden, sagte er.

Neuer Steg beim Hospital soll im Sommer gebaut werden

Neben dem Alten Feuerwehrhaus entstehen unter dem Blätterdach der „Baumhalle“ Wege für Fußgänger und Radfahrer Richtung Argen. Hier soll auch der Brunnen unterkommen, der früher im Schulhof des Rupert-Neß-Gymnasiums stand. Auf der Argeninsel angrenzend an den Fischpass soll ein Wassertretbecken entstehen. In der Fortsetzung des Wegs ist zu sehen, wo der neue Steg Richtung Hospital in die Landschaft eingesetzt wird. Auch hier mussten deshalb Bäume entfernt werden. Baubeginn für die neue Brücke in Holzbauweise ist im Sommer 2021 vorgesehen.

Argeninsel wird südlich der Halle abgeflacht

Auf der anderen Flussseite im Bereich „Vorderes Ebnet“ wird der ehemalige Wohnmobilstellplatz und die benachbarte große Wiese zum Spiel- und Sportpark umgestaltet. Dorthin werden auch die Beachvolleyballfelder von der Argeninsel verlagert. Das Gelände der Argeninsel soll südlich der Argensporthalle abgeflacht werden, so dass von der Inselseite ein Zugang zum Fluss möglich ist, sagte OB Lang.

Verlegung des Landfahrerplatzes geplant

Den nächsten Stopp legt OB Lang beim Landfahrerplatz (Südring) ein. Dieser soll mittelfristig verlegt werden. Fuß- und Radweg werden sich an dieser Stelle teilen, weil die bisherige Unterführung den heutigen Vorschriften für einen kombinierten Fuß- und Radweg nicht genügt.

Die Fußgänger werden weiterhin durch die Unterführung des Südrings gehen. Die Radler werden separat auf die andere Seite des Südrings Richtung künftigem Kletterturm geführt, den der Deutsche Alpenverein, Sektion Wangen auf der heutigen Freifläche am Südring bauen will. Zwischen dem heutigen Fußweg und den Unterkünften am Herzmannser Weg gibt es noch ein bebaubares Grundstück.

Baugrund beim Reitverein muss auf Altlasten untersucht werden

Von diesem Punkt aus ist das Auwiesengelände beim Reitverein auf kurzem Weg über die Rohrbrücke erreichbar. Dem Verein soll laut OB Lang in diesem Frühjahr ein Vertragsangebot gemacht werden, das die Kauf- und Umsiedlungsmodalitäten fixieren soll.

Wenn die Reiter ausgezogen sind, kann deren bisheriges Areal samt Halle geräumt werden, um das Baufeld für weiteren Wohnungsbau freizumachen. „Im dortigen Gebiet stand früher die städtische Kläranlage. Deshalb wird man auch untersuchen müssen, ob Belastungen unter der Oberfläche verborgen sind“, sagt OB Lang.

Wohnraum für vor allem für junge Familien geplant

Freigeräumt wurde im Winter das weitere Gelände zwischen den Vereinshäusern (Trachtenverein und Karate) und dem derzeitigen Reiterareal. Auch dort mussten einige Bäume weichen, denn dieses Gebiet wird vom Siedlungswerk in den nächsten Jahren mit Wohnungen und Eigenheimen bebaut.

Hier entstehen Häuser, die den Bedürfnissen – vor allem – junger Familien entsprechen. Die Randbebauung ermöglicht Wohnungen mit Blick in die unbebaute Argenebene.

Das Siedlungswerk hat zudem bei einem Wettbewerb für die Außenanlagen bewiesen, dass es sehr viel Wert auf eine anspruchsvolle und ansprechende Begrünung legt.

Auf dem Platz zwischen den Vereinshäusern und den Bauten der Baugenossenschaft wird voraussichtlich noch in diesem Monat der Baustart für die drei geplanten mehrstockigen Wohnhäuser (Volksbau Wangen) sein. Insgesamt entstehen in der Auwiesensiedlung in den nächsten Jahren rund 230 zusätzliche Wohneinheiten.

Gemeinderat gibt grünes Licht für Kindergarten

Für den Kindergartenneubau in Holzbauweise, den die Stadt zwischen der heutigen Reithalle und dem Spielplatz zentral im Gelände bauen wird, gab der Gemeinderat vergangene Woche grünes Licht. Er wird fünf Gruppen aufnehmen und auch Platz bieten für das Büro des zugehenden Sozialdienstes.

Die offenen Räume des Kindergartens werden auch Veranstaltungen im Quartier ermöglichen.

Brückenbau im Auwiesenareal beginnt im Sommer

Zum direkten Naherholungsgebiet für die Anwohner in den Auwiesen wird die Wiese jenseits der Argen gehören. Auf der anderen Flussseite wird es – bedingt durch die Argen-Renaturierung, die hier fortgesetzt wird – neue Möglichkeiten zum Spielen und Erleben geben. Auch hier ist sichtbar, wo die Brücke über den Fluss führen wird, über die das Gelände erschlossen wird.

Ein zusätzlicher Steg für Radfahrer ist ebenfalls geplant, ungefähr in der Verlängerung der neuen Rohrbrücke über den Kanal südlich der ERBA.

„Die Argen wird in diesem Gelände einen etwas anderen Verlauf nehmen, als wir ihn heute kennen. Deshalb wird dieser Steg zunächst ‚in der Luft‘ hängen, bis das ganze Gelände fertig modelliert ist“, sagte OB Lang. Auch hier beginnt der Brückenbau in der zweiten Jahreshälfte 2021.

Immer mehr Menschen ziehen in der ERBA ein

In der ERBA zieht zunehmend mehr Leben ein. Inzwischen sind erste Wohnungen im Neubau der Genossenschaft wohnen plus bezogen. Wie Bewohner im Vorübergehen erzählen, fühlen sie sich sehr wohl. Sie freuen sich jetzt darauf, dass bald die Werkspromenade und ihre Straße „Am Spinnereigarten“ asphaltiert wird. Dann können auch die jüngsten Bewohner dort mit Dreirad, Skateboard und anderen rollenden Spielzeugen unterwegs sein.

In der Neuen Spinnerei geht es mit Riesenschritten voran

Auch in der „Neuen Spinnerei“ stehen die Zeichen auf Einzug. Erste Wohneinheiten in den obersten Geschossen können bald bezogen werden. Und auch in den unteren gewerblich genutzten Stockwerken zeigen erste Zwischenwände, dass auch dort das Einzugsziel näher rückt.

Unternehmen starten ihre Projekte

Auch die Unternehmen „AVL SET“ und das Unternehmen CANDOR Bioscience haben die Arbeiten für den Neubau bzw. die Sanierung der Carderie begonnen. Auf dem AVL-Gelände rollen die Bagger, in der Carderie werden Vorbereitungen für den weiteren Bau getroffen.

Kein eigener städtischer Name für die ERBA-Halle geplant

In der Veranstaltungshalle (Pförtnergebäude), die von der Stadt mit Mitteln des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ saniert wird, ist inzwischen viel Gebäudetechnik eingezogen. Das Foyer im mittleren Teil des Hauses wurde eine schalldämmende Decke eingebaut. Im Außenbereich liegen die ersten Pflastersteine im Hof. Dieser wird künftig durch Tore geschützt sein.

Am Eingangstor soll ebenso wie im alten Rolltor, das beim Pförtnergebäude den Eingang markierte, das „Erba“-Logo auftauchen. „Bisher ist kein eigener Name für das städtische Gebäude geplant. „Ich bin sicher, dass die Leute – wenn sie später zu einer Veranstaltung hierherkommen – sagen werden: Wir gehen in die ERBA.“