21.11.2013 Lindau (Bodensee). Am vergangenen Dienstag lud der Landkreis Lindau (Bodensee) bereits zum vierten Mal Vertreter aus Politik und Tourismus zur jährlichen Tourismuskonferenz ein. Ort des Austauschs zwischen dem oberen und unteren Landkreis war in diesem Jahr die Gemeinde Gestratz.

Neben einem Tätigkeitsbericht und einem Ausblick auf das bevorstehende Tourismusjahr durch das regionale Tourismusmanagement standen sowohl für das Westallgäu wie auch für den Lindauer Bodensee wichtige Themen rund um den Tourismus der Region auf der Tagesordnung. Im Anschluss an die Tourismuskonferenz fand die Gründungsversammlung des Vereins „Westallgäu Tourismus“ statt.

Nahezu alle Bürgermeister und Touristiker waren der Einladung von Landrat Elmar Stegmann und dem regionalen Tourismusmanagement zur jährlich statt findenden Tourismuskonferenz des Landkreises Lindau (Bodensee) gefolgt. „Die Tourismuskonferenz ist als Plattform des Austauschs gedacht – zum einen zwischen Politik und Tourismus, aber auch zwischen den Seegemeinden und dem Westallgäu. Dieser Austausch ist uns sehr wichtig“, so der Landrat bei seiner Begrüßung. Auf der Tagesordnung standen der Tätigkeitsbericht des regionalen Tourismusmanagements sowie ein Ausblick auf die Vorhaben in 2014.

Unter anderem wurde von der derzeit laufenden und im Frühjahr 2014 abgeschlossenen Überprüfung und Qualifizierung der bestehenden Wanderwegebeschilderung des Landkreises berichtet. Projektassistentin Katjana Knoll betonte bei der Vorstellung, wie wichtig eine regelmäßige Überprüfung und Wartung ist – gerade wenn das Thema Wandern wie im Westallgäu eine sehr starke Bedeutung hat. Sandra Denner, die Leiterin des regionalen Tourismusmanagements berichtete über den aktuellen Stand in Sachen Gästekartensystem im Westallgäu (Allgäu-Walser-Card) und den Planungen bezüglich einer Gästekarte mit kostenloser Nutzung des ÖPNV im Bereich des deutschen Bodensees.

Des Weiteren gab Denner einen Ausblick auf zukünftige touristische Themen der Region, die landkreisweit gespielt werden könnten, wie beispielsweise das Thema Garten. Das regionale Tourismusmanagement kümmert sich auch weiterhin um verschiedene landkreisvernetzende Broschüren wie den Freizeitberater, den Jakobuswegflyer oder den Genussführer. Auch die inzwischen etablierte Prospektbörse mit Gastgeberseminar als Austauschplattform zwischen Freizeiteinrichtungen, Tourist-Informationen und Gastgebern wird es im März 2014 wieder geben.

Aber nicht nur bei landkreisübergreifenden Projekten gibt es 2014 allerlei zu tun. Vor allem die Teilregionen Westallgäu und Lindauer Bodensee stecken unter der Koordination des Regionalen Tourismusmanagements mitten in der Umsetzung ihrer Ideen aus dem 2012 abgeschlossenen Produktentwicklungsprozess.

Am Lindauer Bodensee gab es von Melanie Waltner, Leiterin der Tourist-Information Wasserburg, zunächst einen Rückblick auf den Genussherbst am Lindauer Bodensee, der im Oktober diesen Jahres erstmals stattfand. „Wir haben sehr positive Resonanzen von Gästen und beteiligten Direktvermarktern bekommen und die Veranstaltungen stießen überwiegend auf großes Interesse. Alle Akteure waren sich einig, dass der Genussherbst auch 2014 wieder statt finden soll“, resümierte Waltner in ihrem Vortrag.

Mit der Vorstellung der gerade in Planung befindlichen und von Leader-Mitteln geförderten Panoramaradrunde am Lindauer Bodensee gab Carsten Holz, Geschäftsführer der Lindau Tourismus und Kongress GmbH, einen Ausblick auf 2014 kommende Projekte. Die Panoramaradrunde verbindet die schönsten Aussichtspunkte am Lindauer Bodensee im Rahmen einer Halbtagestour miteinander. Die Aussichtspunkte laden mit Doppelliegen aus heimischem Holz und Informationen zur Region zum Verweilen und Genießen ein. „Mit dieser Radtour, die sich an der bestehenden Radwegebeschilderung orientiert, wird dem Gast unser einzigartiges Panorama und die Schönheit unseres Umlandes noch bewusster gemacht“, so Holz.

Das dritte, in Planung befindliche Projekt am Lindauer Bodensee stellte Ulrike Robitschko von der Tourist-Information Nonnenhorn vor. Hierbei handelt es sich um einen Genusstrail (Arbeitstitel) für Gruppen, die angeleitet von einem Gästeführer per Fuß oder Rad verschiedene Stationen am Lindauer Bodensee besuchen, um Näheres über die Region und vor allem ihre Direktvermarkter zu erfahren. So gehört der Besuch bei einem heimischen Weingut ebenso auf die Etappenroute wie der Besuch beim Fischer, Obstbauern oder Schnapsbrenner. Zwischen den Stationen bewegen sich die Gäste wie auf einer Art Schnitzeljagd mal per Fuß, per Fahrrad oder gar per Schiff. Die Stationen, werden derzeit in Zusammenarbeit mit dem Eventveranstalter Timm Stade aus Bodolz sowie Direktvermarktern und Gästeführern am Lindauer Bodensee erarbeitet.

Den aktuellen Stand in Sachen Produktentwicklung im Westallgäu stellte die Projektmanagerin des Westallgäus Martina Mayer vor. In einem voller Ideen steckenden Vortrag berichtete sie vom abwechslungsreichen Führungsprogramm 2013 entlang der Westallgäuer Wasserwege, das es auch in der Saison 2014 wieder geben wird und den eigens für dieses Thema ausgebildeten Wasserbotschaftern in Gestalt von Beherbergungsbetrieben und Gästeführern.

Botschafter gibt es inzwischen auch entlang der Allgäuer Käsestraße – und zwar bereits stolze 32 Beherbergungsbetriebe und zehn Gästeführer. Momentan werden Fahrrad-Rundtouren entlang der Käsestraße rund um das Thema Käse konzipiert.

Auch das neu erarbeitete Thema „Kraftquelle Allgäu“ befindet sich mittlerweile voll in der Umsetzung. Die ersten Veranstaltungen rund um das Thema Kräuter mit Kräuterführungen und Kräuterkochkursen sowie das begleitete Samstagspilgern von Frühjahr bis in den Herbst fanden bei Einheimischen wie Gästen großen Anklang. „Das Interesse an Themen und Veranstaltungen, die den Teilnehmern eine kleine Auszeit vom hektischen Alltag bieten, ist riesengroß. Deshalb sind sich alle Projektbeteiligten einig, das Angebot auch in 2014 fort zu führen“, so Mayer.

Zentrales Projekt im Westallgäu ist derzeit die Einführung der Allgäu-Walser-Card mit Unterstützung einer INTERREG-Förderung in derzeit zwölf Orten. Hier berichtete Projektleiterin Sandra Denner über den aktuellen Stand und den Zeitplan dieses Großprojektes bis zur Einführung. Bei derzeit 359 Gastgebern und 12 Tourist-Informationen und Gemeinden im Westallgäu bekommt der Gast ab 1. Mai 2014 seine Allgäu-Walser-Card im Rahmen seines Aufenthaltes. Besonders erfreut ist Sandra Denner über bereits mehr als 40 Freizeiteinrichtungen im Westallgäu und der Umgebung, die ihre Leistungen dem Gast zukünftig im Rahmen der Gästekarte ermäßigt anbieten. „Die Attraktivität der Karte steht und fällt mit den Leistungen, die der Gast nutzen kann. Ich bin froh, dass so viele Leistungsträger im gesamten Landkreis Lindau, aber auch darüber hinaus – von der Ferienregion Allgäu-Bodensee, entlang des Bodenseeufers von Bregenz bis Friedrichshafen, ja sogar bis nach Ravensburg ihre Leistungen auf der Karte anbieten“, so Denner.

Eine enge Zusammenarbeit findet auch zwischen dem Westallgäu und der Allgäu GmbH statt. Hierzu berichteten in weiteren interessanten Vorträgen Sebastian Koch, Leiter der Tourist-Information Weiler-Simmerberg über den aktuellen Stand der Radrunde Allgäu, Kathrin Felle, Leiterin der Tourist-Information Lindenberg, über die Entwicklung der Wandertrilogie Allgäu und Marina Löffler, Leiterin der Tourist-Information Oberreute zu einem neuen Projekt, dem Allgäuer Alpenblog.

Das regionale Tourismusmanagement und die Touristiker aus den Orten erhielten großes Lob für ihre engagierte Arbeit und die umgesetzten Projekte. „Sie alle machen wirklich gute Arbeit und es bewegt sich unglaublich viel“, lobten die Bürgermeister.

Im Anschluss an die Tourismuskonferenz fand die Gründungsversammlung des Westallgäu Tourismus e.V. statt (wir berichten gesondert).