25.11.2020 Memmingen. Seit 1984 leitete Franz Schneider die Memminger Stadtbibliothek. Er baute den Medienbestand kontinuierlich aus, modernisierte die Verwaltung und zog in den 1990er Jahren mit der Bibliothek aus dem Grimmelhaus ins Antonierhaus um.

Seit Jahrzehnten ist er aus der Stadtbibliothek nicht wegzudenken – ein „Urgestein der Stadtverwaltung“, wie Oberbürgermeister Manfred Schilder bei der Verabschiedung in den Ruhestand formulierte.

„Unter Ihrer Führung ist diese großartige Stadtbibliothek im Antonierhaus entstanden. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihr großes Engagement über so viele Jahre hinweg!“, würdigte der Oberbürgermeister.

Im Oktober übernahm Diplombibliothekarin Anke Limprecht (53 Jahre), die gebürtig aus Biberach stammt, die Leitung der Stadtbibliothek.

Eine Fußverletzung während seines Wehrdiensts sorgte dafür, dass Franz Schneider sich als junger Mann mehrere Monate lang um die Truppenbibliothek in Nagold kümmern musste. Sein Interesse für das Bibliothekswesen wurde dadurch geweckt, und er schloss ein Studium an der Fachhochschule für Bibliothekswesen in Stuttgart an. Am 20. August 1984 trat der Diplombibliothekar in die Dienste der Stadt Memmingen. Zu dieser Zeit war die Stadtbibliothek noch im Grimmelhaus in der Ulmer Straße beheimatet.

Der Bibliothekleiter konnte damals aktiv an den Planungen für den Umbau des Antonierhauses mitwirken, durfte das Raumprogramm und das Einrichtungskonzept mit überlegen. Nach mehreren Jahren der Sanierung zog Franz Schneider im Jahr 1996 mit der Stadtbibliothek ins Antonierhaus um.

Rund 130.000 Medien verteilen sich heute auf die 1.200 Quadratmeter Fläche auf mehreren Ebenen. Rund 415.000 Ausleihen hat es im vergangenen Jahr gegeben.

1994 wurde mit dem Aufbau einer elektronischen Datenbank begonnen, alle Medien mussten sukzessive erfasst werden. Die Memminger Stadtbibliothek war damals Pilotanwender für Fernleihe. „Ein Quantensprung für das Bibliothekswesen“, beschrieb Franz Schneider diese Entwicklung. Damals gab es noch keine Flatrates für Internetnutzung, heute ist überall in der Stadtbibliothek WLAN-Empfang möglich.

Die Stadtbibliothek in den wunderbaren Räumen des Antonierhauses sei eine „Schatzkammer, in der man den Memmingerinnen und Memmingern viel bieten kann“, erklärte Anke Limprecht, die von Oberbürgermeister Manfred Schilder in ihr neues Amt als Leiterin der Stadtbibliothek eingeführt wurde.

Anke Limprecht absolvierte ebenfalls ein Studium an der Fachhochschule für Bibliothekswesen in Stuttgart und legte darüber hinaus ein Diplom in audiovisuellen Medien an der Kunsthochschule für Medien in Köln ab. Sie leitete zuletzt die Stadtbücherei und das Stadtarchiv in Halle (Westfalen).

Die drei Personen sind in der Stadtbibliothek. Im Hintergrund sind Regalreihen mit Büchern zu erkennen.

Bei der Verabschiedung als Leiter der Stadtbibliothek erhielt Franz Schneider (Mitte) aus den Händen von Oberbürgermeister Manfred Schilder einen handkolorierten Schicklerstich. Als Nachfolgerin wurde Anke Limprecht (r.) eingeführt, die im Herbst nach vielen Jahren im Westen Deutschlands wieder in ihre Heimatregion zurückgekehrt war. (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)