7.10.2021 Memmingen. Seit Dezember 2020 gibt es die Kleinbuslinie 5, die den Ortsteil Buxach-Hart über ZOB – Neubruch – Dickenreishausen und einen Rufbus anbindet. Über die Erfahrungen mit der Akzeptanz der neuen Linie tauschte sich der Bürgerausschuss Buxach-Hart mit Oberbürgermeister Manfred Schilder, Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger und Busunternehmer Josef Brandner bei einem Ortstermin an den neuen Bedarfshaltestellen in Hart aus.

Auf der Linie 5 seien seit Dezember 2020 an 291 Einsatztagen rund 86.000 Fahrplankilometer gefahren worden, wobei insgesamt 1750 Fahrgäste befördert wurden, informierte Josef Brandner.

Der Lockdown im Winter und Frühjahr habe sich auf die Nutzung des ÖPNV allgemein negativ ausgewirkt.

Ortstermin an der Haltestelle „Am Stadtweiher“ (v.l.): Oberbürgermeister Manfred Schilder, Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, Helmut Walcher, Helmut Mang, Sabine Ganser, Leiterin des Schulverwaltungsamts, Busunternehmer Josef Brandner, Christoph Pistner, Sebastian Pistner und Jürgen Franz. (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

Das Fahrgastaufkommen sei über das Jahr jedoch kontinuierlich gestiegen. Allerdings würden sich flexible Betriebsformen im ländlichen Raum, wie beispielsweise das Modell Flexibus, insgesamt besser bewähren.

Bei diesem Konzept des öffentlichen Personennahverkehrs holt der Flexibus den Fahrgast an einer nahegelegenen Haltestelle ab und bringt ihn innerhalb vordefinierter Bedienzonen an die von ihm gewünschte Haltestelle und auf Wunsch auch wieder nach Hause.

Da die Kleinbuslinie 5 trotz pandemiebedingter ungünstiger Rahmenbedingungen für den ÖPNV kontinuierlich besser angenommen wurde, werde das Angebot auch im kommenden Fahrplanjahr weitergeführt, sicherte Oberbürgermeister Schilder zu.

„Wir müssen langfristig möglichst flexible Lösungen suchen, um dem Bedarf der Fahrgäste entgegenzukommen“, betonte er.

Mit der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes seit diesem Jahr habe der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für die flächendeckende Umsetzung von flexiblen Bedienformen geschaffen, die jeweils als Ergänzung des fahrplanmäßigen ÖPNV-Netzes zu sehen sind, informierte Sabine Ganser, Leiterin des Schulverwaltungsamts, das auch den ÖPNV in Memmingen organisiert.

Jürgen Franz, Vorsitzender des Bürgerausschusses Buxach-Hart, begrüßte dies und betonte, dass eine möglichst direkte Anbindung in die Stadtmitte sowie ein attraktives Preisgefüge bei hoher Flexibilität grundlegend für die Akzeptanz der Linie 5 sei.

Der Stadtrat hat mit Auslaufen des Stadtverkehrsvertrags zum 31.12.2022 die Umsetzung weiterer Betriebsstufen mit Taktverdichtungen und Kursoptimierungen beschlossen.

Seit Dezember 2020 profitieren Fahrgäste im Memminger ÖPNV von Verbesserungen der Betriebsstufe 1 im Harmonisierungskonzept Stadtbus – Regionalbus. Die Regionalbuslinien sind besser mit dem Stadtverkehr abgestimmt, so dass der Busverkehr in der Kernstadt im annähernden 30-Minuten-Takt fährt und in den Ortsteilen werktags im 60-Minuten-Takt.

„Wir erarbeiten derzeit ein Mobilitätskonzept, in dem Mobilität neu gedacht werden soll“, erläuterte Bürgermeister Dr. Steiger in seiner Funktion als Leiter der Lenkungsgruppe zur „Modellregion Mobilität“.

Am Dienstag, 2. November, findet ab 18 Uhr in der Stadthalle ein moderierter Workshop für Bürgerinnen und Bürger statt, bei dem Visionen für eine klimagerechte Mobilität der Zukunft eingebracht werden können.