11.11.2013 Landkreis Unterallgäu. Barrierefreie Bushaltestellen, ein Nachschlagewerk oder eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um Bildung und Arbeitswelt:

Wie die Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Unterallgäu verbessert werden könnte, damit haben sich in den vergangenen Monaten fünf Arbeitsgruppen auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse präsentierten sie jetzt im Landratsamt Unterallgäu in Mindelheim. Aus den Vorschlägen soll ein kommunaler Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention entstehen.

Die Arbeitsgruppen aus Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten befassten sich mit den Themenfeldern „Arbeit und Beschäftigung“, „Bildung“, „Leben, Wohnen und Freizeit“, Mobilität und Barrierefreiheit“ sowie „Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit“ und erarbeiteten konkrete Maßnahmen. Bei der Vorstellung der Ergebnisse waren sich alle einig, dass ein ausführliches Nachschlagewerk zusammengestellt werden sollte, das die Angebote im Landkreis bündelt und Ratsuchenden umfassend weiterhilft.

Ein großes Thema war auch die Bedeutung von Barrierefreiheit. Menschen mit Behinderung sollten nicht nur Busse und öffentliche Gebäude ohne Hindernisse nutzen können, auch Sprache, Internetseiten und andere Informationen sollten frei von Barrieren, also gut verständlich sein, hieß es in den Arbeitsgruppen.

Um die Mobilität von Menschen mit Behinderung zu verbessern, wurde vorgeschlagen, dass die Bushaltestellen im Landkreis nach und nach barrierefrei gemacht werden. So soll ein Bedarfsplan erarbeitet werden, der festschreibt, wo in den kommenden Jahren vorrangig barrierefreie Haltestellen entstehen sollten. Vorgesehen ist, dass dabei auch berücksichtigt wird, welche Haltestellen Menschen mit Behinderung besonders oft nutzen. Das kann zum Beispiel in der Nähe einer Einrichtung der Behinderten- oder Altenhilfe sein. Ein weiterer Vorschlag war zum Beispiel eine „Servicestation“ als Anlaufstelle für Fragen zu den Themen Bildung und Arbeit.

Welche Projekte tatsächlich realisiert und in den Aktionsplan aufgenommen werden sollen, wird in den kommenden Monaten diskutiert. Das letzte Wort über den Aktionsplan hat schließlich der Unterallgäuer Kreistag, der voraussichtlich im Frühjahr 2014 über den Maßnahmenkatalog entscheiden wird. Danach können die Arbeitsgruppen mit der Umsetzung der Projekte starten. Eine Mitarbeit in einer der Gruppen ist weiterhin jederzeit möglich.