15.9.2021 Kaufbeuren. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat am Montag die Gewinner des Wasserstoff-Regionenwettbewerbs HyLand II verkündet.

Der Landkreis Lindau mit seinen Verbundpartnern wurde als eine von 15 Regionen ausgewählt und erhält nun eine Förderung von 400.000 Euro, um künftige Anwendungsmöglichkeiten für grünen Wasserstoff im Allgäu und am Bodensee zu untersuchen.

Mitbeteiligt an dem Projekt sind die vier Allgäuer Landkreise, die kreisfreien Städte Kaufbeuren, Kempten und Memmingen, die Stadt Lindau sowie die Gemeinde Fuchstal. Die Führung hatte der Landkreis Lindau übernommen.

„Ich freue mich sehr über diese Förderzusage, die es uns ermöglicht, die Wasserstofftechnologie in der Region weiter voranzubringen. Besonders bedanken möchte ich mich dafür bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sowie bei Bundesminister Dr. Gerd Müller, der meiner Bitte gefolgt ist und unsere Bewerbung tatkräftigt unterstützt hat“, sagt Landrat Elmar Stegmann.

Insgesamt 51 Bewerber hatte es deutschlandweit für die Kategorie der „HyExperts“ gegeben, in der der Landkreis nun den Zuschlag erhalten hat. In dieser Wettbewerbsklasse geht es darum, erste bestehende Ansätze in einem umsetzungsorientierten Gesamtkonzept zusammenzuführen und damit die Ausgangslage für eine regionale Wasserstoffwirtschaft zu schaffen.

Laut Verkehrsminister Andreas Scheuer, der die Gewinnerregionen verkündete, geht es nun darum, die Technologie raus aus dem Labor und hin zu den Menschen im Land zu bringen.

Im Gewinnerprojekt „HyAllgäu*-Bodensee“ des Landkreises Lindau liegt der Fokus darauf, einen diversifizierten Absatzmarkt für grünen Wasserstoff im ländlichen Raum zu etablieren. Für diese Gebietskulisse bietet sich die Möglichkeit, von der BioEnergie Allgäu GmbH & Co. KG zeitnah mit grünem Wasserstoff beliefert zu werden, der mittels eines Elektrolyseurs in Kempten emissionsfrei hergestellt wird.

Dem Konzept nach soll der grüne Wasserstoff schwerpunktmäßig im Mobilitätssektor zum Einsatz kommen. Dazu gehören regionale ÖPNV-Busse, Abfallentsorgungsfahrzeuge sowie lokale Speditions- und Logistikunternehmen. Außerdem soll die Umrüstung eines Schiffs auf dem Bodensee vorbereitet werden.

Zur Entscheidung des BMVI für den Landkreis Lindau und seine Verbundpartner dürfte auch beigetragen haben, dass das Allgäu mit seiner anspruchsvollen Topographie und den harten Wintern für den Einsatz von Brennstoffzellenfahrzeugen prädestiniert ist.

Die Akkus rein batterieelektrisch betriebener Nutzfahrzeuge kämen unter solchen Bedingungen schnell an ihre Grenzen – im ländlichen Raum spielt der Wasserstoff daher seine größten Vorteile aus. Für den Landkreis Lindau beinhaltet das Thema zudem eine besondere Brisanz: hier müssen die Konzessionen im Busverkehr bis Ende 2023 neu vergeben werden.

Landrat Elmar Stegmann strebt dabei an, dass ein Teil der Busse anschließend mit Brennstoffzelle durch das Kreisgebiet fahren, komplett emissionsfrei. Bis es soweit ist, gilt es, die ambitionierten Vorhaben aus „HyAllgäu*-Bodensee“ nun mit Hilfe der Bundesfördermittel umzusetzen. Wesentlicher Bestand dabei sind regionale Unternehmen, die großes Potenzial in der Nutzung von grünem Wasserstoff sehen. Somit können mittelständische Unternehmen, die auf die innovative Technologie setzen, nicht nur selbst profitieren, sondern auch die hohe Wirtschaftskraft der Region weiter stärken.