2.9.2021 Kaufbeuren. Wenn vom 12. bis 18. September die Allgäu Pride Week ihre Premiere feiert, dann geht das nicht ohne den Idealismus der Verantwortlichen. Es bedarf – gerade beim ersten Mal – aber auch materieller Unterstützung.

Die Stadt Kaufbeuren fördert das Projekt mit Mitteln aus ihrem Kulturbudget. Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss hatte in seiner Sitzung vom 5. Juli grünes Licht für eine Zuwendung in Höhe von maximal 8.000 € gegeben.

Die Gelder stehen dabei ausdrücklich nicht allein für Programmteile nach eng gefasstem Kulturbegriff, sondern für den soziokulturellen Ansatz der Pride Week insgesamt zur Verfügung.

„Wir haben uns auf diesem Gebiet bisher noch nicht in dieser Höhe engagiert. Es ist an der Zeit, dass wir auch hier Flagge zeigen.“, bekannte in der Kulturausschuss-Sitzung Oberbürgermeister Stefan Bosse, der die Schirmherrschaft für das Festival übernommen hat.

Weltoffene Kommune

Das finanzielle Engagement der Verwaltung ist auch Ausfluss der strategischen Beschäftigung mit dem Projekt der „Weltoffenen Kommune“.

Auf Initiative von Bürgermeister Oliver Schill und nach einstimmigem Votum des Stadtrates hatte sich die Stadt im Jahr 2020 dafür beworben.

Ziel war unter anderem eine Standortbestimmung Kaufbeurer Integrationsarbeit.

Die Auseinandersetzung mit der Frage der Weltoffenheit führt dabei unweigerlich zu den Herausforderungen, die Rassismus und Ausgrenzung in jeder Form mit sich bringen.

Ein Selbstcheck-Workshop, den Verwaltung und kommunale Akteure der Integrationsarbeit im vergangenen Sommer unter Leitung der Bertelsmann Stiftung und des Instituts Phineo durchgeführt hatten, zeigte, dass Kaufbeuren auf dem Weg zur Weltofffenheit bereits gut aufgestellt ist.

Das Programm der Pride Week

Die Pride Week 2021 beschäftigt sich in kulturellen und informativen Veranstaltungsformaten mit dem Thema LGBTQIA+ und gibt der queeren Community eine Plattform.

Dazu suchen die Veranstalter die Kooperation mit lokalen Kulturakteuren sowie mit Gastronomie und Einzelhandel und würden sich über weitere Unterstützer sehr freuen.

Die Woche wird am 12. September mit dem Theaterstück „Ein Känguru wie du“ in der Kulturwerkstatt eröffnet.

Daran schließen sich Stammtische, Diskussionsrunden, ein Kinoabend und ein Musikevent an, bevor die Woche mit einer Pride Demo und einem abschließenden Bühnenfestival im Spitalhof ihren Höhepunkt erreicht.

Weitere Infos finden sich »hier.

Der Verein

Allgäu Pride e.V. wurde im Jahr 2020 gegründet und besteht aktuell aus rund 40 aktiven und fördernden Mitgliedern, die sich gemeinsam um Vereinsbetrieb und Veranstaltungsplanung kümmern.

Erklärtes Ziel des Vereins ist die Stärkung von Toleranz, Offenheit und Gleichberechtigung im Allgäu, insbesondere hinsichtlich sexueller Orientierung und Geschlechteridentitäten.

Mit der Schaffung verschiedener Dialogplattformen möchten die Mitglieder jedoch nicht nur Menschen aus der LGBTQIA+-Community, sondern alle Interessierten ansprechen.

Der Verein betritt mit seinem Vorhaben Neuland im Allgäuer Raum und greift ein Thema großer gesellschaftlicher Relevanz auf.

Damit verbindet er die Hoffnung, queere Sichtbarkeit zu ermöglichen, Vorurteile abzubauen, Unsicherheiten zu nehmen und Akzeptanz zu fördern.